Verwertung verstetigen

Aus Verwertung Geist
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Verwertung in den Geistes- und Sozialwissenschaften zu betreiben bedeutet Neuland zu betreten. Nicht nur der Mangel an Kapazitäten und Strukturen hat bisher ein gezieltes Vorgehen verhindert, auch fehlt es oft an Rückhalt für dieses Thema einerseits bei den Wissenschaftlern selbst (Stichwort: Freiheit der Wissenschaft, Ökonomisierung, Anwendbarkeit der Themen) sowie an Kenntnissen um die Relevanz dieser Disziplinen bei evtl. Anwendern andererseits. Um den oben beschriebenen Prozess zu begleiten und zu verstetigen, kommt kein Institut um die Diskussion folgender Kernfragen umhin:

  • Verwertung beginnt im Kopf: Verwertung sollte als Teil der Forschungskultur eines Hauses akzeptiert und fest in seine Arbeitsprozesse integriert werden. Die Leitung eines Institutes sollte diese Aktivitäten in den Hausstatuten verankern, aktiv fördern und nach außen tragen.
  • Verwertung als Option: Es besteht kein Verwertungszwang. Nicht jeder Wissenschaftler muss oder kann verwerten. Grundlagenforschung und Anwendungsforschung ergänzen bzw. bedingen sich und beflügeln einander. Freiwilligkeit ist die Voraussetzung von Akzeptanz.
  • Bewusstsein schaffen: Im Sinne der AIDA-Formel (Attention, Interest, Desire, Action), die den Lebenszyklus von Verwertung umschreibt, stehen die Geistes- und Sozialwissenschaften erst am Beginn ihrer Entwicklung. Künftig wird daran zu arbeiten sein, wie sie Aufmerksamkeit für ihre Fähigkeiten erzeugen und gezielt auf Anwender zugehen können.
  • Relevanz erkennen: Geistes- und Sozialwissenschaften sind Teil der modernen Wissensgesellschaft, die vom freien Informationsfluss gespeist wird. Um der Gesellschaft, von der sie letztendlich getragen werden, ihren Anteil aufzeigen zu können, sollte öffentliche Teilhabe ein selbstverständlicher Aspekt ihrer Arbeit werden.
  • Anerkennung sicherstellen: Verwertung von Forschungsergebnissen, als ein legitimer Teil des wissenschaftlichen Arbeitens, muss an Reputation in Evaluierungen und wissenschaftlichen Karrieren gewinnen. Es besteht Bedarf an konkreten Indikatoren und Darstellungsweisen von Verwertungserfolgen.